Kunst als Möglichkeit zur Selbstfindung      
      Von Claudia Ackermann      
             
       
             
    Das kreative Potenzial von Kindern zu fördern und Interesse für künstlerisches Gestalten zu wecken, ist Ziel eines Projekts, das derzeit an der Plaisirschule stattfindet.    
             
     In Kooperation mit Ulrike Schuck-Evezard von der Jugendkunstschule Backnang lernen die Grundschüler den Umgang mit Pastellkreide und verschiedenen Mischtechniken kennen. „Pastell-Projekt-Plaisir“ heißt das pädagogisch-künstlerische Projekt.    
             
       
             
    „Nach den Ereignissen von Winnenden rückt Gewaltprävention, Persönlichkeitsbildung und Selbstfindung immer mehr in den Vordergrund“, sagt Dr. Annedore Bauer-Lachenmaier, Rektorin an der Plaisirschule, die das Projekt ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, Kunst als Möglichkeit der Selbstfindung zu erkennen, als Mittel zum Aggressionsabbau zu erfahren und als sinnvolle Beschäftigung in Schule und Freizeit zu entdecken. „Kinder müssen im schulischen Rahmen die Möglichkeit bekommen, ihre musischen Fähigkeiten zu entwickeln und auszubilden“ unterstreicht die Rektorin.    
             
       
             
       
             
    Durch das Projekt sollen zusätzlich zu künstlerischem Unterricht im Fächerverbund MNK (Mensch – Natur – Kultur) weitere Anregungen und Möglichkeiten geschaffen werden.    
             
       
             
   

Mit großem Interesse arbeiten die Kinder mit Techniken, die sie bisher noch nicht kannten, ob mit Pastellkreide oder einer Mischtechnik mit Wachskreide und Deckfarbe. Salz wird auf die noch nasse blaue Deckfarbe gestreut, das die Flüssigkeit aufnimmt. Dadurch entstehen spannende Strukturen und Effekte. Das Bild kann nun zu einer Unterwasserwelt weitergestaltet werden, schlägt Ulrike Schuck-Evezard vor. Die Schüler können aber auch andere Motive wählen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

   
             
       
             
    Techniken wie diese vermittelt sie auch rund 60 Schülern in der Jugendkunstschulabteilung am Ölberg 8, die der Backnanger Jugendmusikschule angeschlossen ist. In sechs Gruppen wird dort in verschiedenen Techniken mit Kreide, Ölfarbe oder in Aquarelltechnik gemalt oder auch mit Drucktechniken gearbeitet. „Wichtig für die Kinder ist nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch das aktive, gestalterische Tun.“ In der Volkshochschule gibt sie außerdem Mal- und Zeichenkurse für Erwachsene.    
             
       
             
    Für die Schüler in der Plaisirschule ist es etwas Besonderes, dass eine außerschulische Fachkraft zu ihnen kommt, und auch die Lehrer erhalten neue Anregungen für künstlerische Techniken und Gestaltungen. In den beiden Doppelstunden, die in jeder Klasse gehalten werden, wird Ulrike Schuck-Evezard jeweils von einem Fachlehrer der Plaisirschule begleitend unterstützt. Die Kinder erhalten so die Möglichkeit, pädagogisch optimal unterstützt durch zwei Lehrkräfte, individuell gefördert zu werden.    
             
    Zunächst war das Projekt für die drei 4. Klassen der Plaisirschule vorgesehen, finanziell getragen vom Förderverein der Schule. Durch Unterstützung der Bürgerstiftung Backnang ist es jetzt möglich, dass das Projekt zeitnah auf alle Klassen ausgeweitet werden kann.    
             
    Die Stiftung wurde vor gut zwei Jahren von Backnanger Bürgern und Geschäftsleuten gegründet, mit dem Ziel, Aktionen zu unterstützen, die in Backnang lebenden Menschen zugute kommen, wobei ein Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendprojekten liegt. Dr. Michael Schwarzer, Vorsitzender der Bürgerstiftung, besuchte die Plaisirschule, um sich vor Ort ein Bild von dem Projekt zu machen. Wichtige Anforderung an die geförderten Aktivitäten ist, dass sie neuartig, beispielgebend und von möglichst nachhaltiger Wirkung sind, sagte er. „Der musische Teil kommt in den Schulen entschieden zu kurz.“    
             
    Was den Schülern am besten an dem Pastell-Projekt-Plaisir gefällt? Man kann sich mal in der Schule mehr Zeit nehmen für das Malen, freut sich ein Mädchen. Gut finden die Schüler die Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin und auch, etwas tolles Neues gelernt zu haben. Zu Hause werden sie es ihren Eltern erzählen und es noch einmal ausprobieren, da ist sich die Klasse einig – Interesse hat das Projekt ganz offensichtlich geweckt.